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Witzabmahnung von komsa an 100partnerprogramme.de
Eines vorweg, es handelt sich hier nicht um einen vorweg genommenen Aprilscherz. Es hat sich tatsächlich alles genau so zugetragen. Bitte bis zu Ende lesen :-)
Eine wunderschöne Abmahngeschichte, wo der Schuss mal wieder nach hinten losgeht…
Gestern Nachmittag erhielt ich von André Bienzeisler, Betreiber von 4phones.de per XING folgende Nachricht:
„…ich habe gerade eine Mail (mit angehängter Unterlassungserklärung) von der KOMSA-Anwältin erhalten, die zwar an mich adressiert, aber mit “Sehr geehrter Herr Windfelder” beginnt. Zufall oder hast Du auch Post von der Dame?“
Das macht mich natürlich neugierig, ich antwortete:
„Ooops, ich kenne KOMSA gar nicht und habe auch (noch?) keine Post bekommen. Um was genau geht es da?“
Daraufhin schrieb mir André:
„Es geht um die unerlaubte Nutzung des KOMSA-Logos. Du standest wahrscheinlich auch noch auf der Liste. Ich habe vorhin dort angerufen und bin vor Lachen bald vom Stuhl gefallen.“
Kurze Zeit später begann mein Faxgerät zu rattern. War ja irgendwie klar, dass auch bei mir die Abmahnung eintrifft.
Ich sah mich mit Vorwürfen konfrontiert, die ich mir nicht erklären konnte:
“Uns ist zur Kenntnis gelangt, dass Sie auf dieser Internetpräsenz die Wort-, Bildmarke “KOMSA” darstellen.”
Ich konnte damit nichts anfangen. Weder kannte ich die Firma KOMSA, noch betreiben die ein Partnerprogramm und sind bei uns gelistet. Auch die Google-Suche nach Vorkommen dieses Suchbegriffes auf unserer Website ergab keinen Treffer (was sich ja mit diesem Blogbeitrag nun ändert ;-).
Hmmm, ob wir unerlaubt ein Bild oder Logo von denen verwendet haben? Die Sache ergab für mich keinen Sinn.
Weiter schreiben sie:
“Es besteht neben der Gefahr der Verwässerung der Markenkennzeichnungskraft ein Verdacht auf Rufausbeutung.”
Ja genau, “Rufausbeutung”, haha.
Dann die üblichen Einschüchterungen, kennt man ja von Abmahnungen:
“Wir haben Sie daher aufzufordern [...] bis zum [...] einzustellen. Weiterhin haben wir Sie aufzufordern, aufgrund der Verletzung [...] eine strafbewehrte Unterlassungserklärung [...] abzugeben. [...]. Wir fordern Sie auf [...] Sollten Sie diese letzte Gelegenheit zur gütlichen Einigung des Sachverhalts nicht wahrnehmen, werden wir unsere Rechte bei Gericht [...].”
Witzig auch “diese letzte Gelegenheit zur gütlichen Beilegung”. Und das schreiben die bei der ersten Kontaktaufnahme. Erinnert mich irgendwie an die letzte Tankstelle vor der Autobahn ;-)
Naja, es geht ja noch weiter, ich soll mich ja jetzt unterwerfen (und weiß immer noch nicht warum…):
“es zu unterlassen [...] für jeden Fall der Zuwiderhandlung [...] eine fällig werdende Vertragsstrafe in Höhe von 25.000 EUR zu zahlen.”
Und Arbeit wollen sie mir machen:
“[...] Auskunft darüber zu erteilen, in welchem Umfang [...] Verstöße [...] begangen wurden [...].”
Und bezahlen soll ich das Ganze natürlich auch noch:
“die durch die Einschaltung einer Rechtsanwaltskanzlei entstehenden Kosten [...] aus einem Streitwert von 50.000 EUR zu erstatten.”
Stutzig machte mich, dass der im Schreiben erwähnte Screenshot in der Anlage fehlte. So hätte ich mir eher einen Reim aus der Sache machen können.
Auf jeden Fall war ich gespannt, wie die Sache weitergeht. Mut machte mir der Umstand, das der Kollege „vor Lachen bald vom Stuhl gefallen“ war, nachdem er sich mit der Anwältin kurzschloss.
Ich beschloss bis zum nächsten Tag zu warten, da ich davon ausging, dass das Schreiben auch noch mit der Briefpost unterwegs ist – dann hoffentlich mit Screenshot in der Anlage.
Jetzt kommt´s
Dann kam am späten Abend wieder eine Nachricht von André Bienzeisler – kurze Zeit später lag auch ich lachend unterm Tisch:
„Den Screenshot habe ich von der Dame angefordert und habe mich – wie schon erwähnt – kaputt gelacht. Da du das Schreiben jetzt auch hast, kann ich es ja auflösen. Obwohl man es kaum glauben mag:
Die haben einen Adblocker installiert und statt der Werbung wird ein KOMSA-Logo ausgeliefert. Und deshalb verschickt die Dame heute fleißig Unterlassungserklärungen. Hammer oder?
Die haben 1.200 Mitarbeiter und 700 Millionen Jahresumsatz, also alles andere als eine Klitsche.“
Also – kurz zusammengefasst: Nur bei denen auf den Firmen-PCs erscheint das eigene Firmenlogo anstatt eines Werbebanners, wenn man Andrés oder unsere Website besucht. Und wahrscheinlich auf zigtausend anderen Websites auch. Und die denken, wir würden im Zeichen der “Rufausbeutung” unerlaubt deren Firmenlogo nutzen und geben wohl jeden entdeckten Fall gleich an die Rechtsabteilung. HAHAHAHA!!!
Ich stell es mir gerade genau vor: Ein Mitarbeiter bei denen surft im Internet und ruft “Hey, ich habe schon wieder eine Seite gefunden, auf der unser Logo verwendet wird”. Der Kollege: “Ja, ich sehe es auch, müssen wir gleich melden”. Die Rechtstante vermutet Angriffe auf die Firma und tippt den ganzen Tag Abmahnungen.
OMG!
(Danke Martin für deine Unterstützung!)
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Der absolute Hammer! Selten so gelacht!!!
